Johann Ludwig Fricker  –
seine in Büchern gesammelten Schriften

Ein bibliografischer Überblick von 1775 bis 1963
 

Teil IIIa = Teil 1



von
Herbert Henck

 

 

 

 

 

Einleitung

Im Folgenden sind vor allem die nachgelassenen wie veröffentlichten Schriften des württembergischen Pietisten Johann Ludwig Fricker (1729–1766) erfasst, soweit sie in Buchform monografisch gesammelt, herausgegeben und verlegt wurden. Die Zusammenstellung dieser heute vierzehnteiligen Reihe ist mit der Bemühung um Vollzähligkeit vorgenommen und in chronologische Ordnung gebracht. Dabei sind in einer Übersicht alle feststellbaren, gelegentlich auch verschollenen Ausgaben, Auflagen und Nachdrucke vereint. Diese Ausgaben, auf denen die Drucke von Werken zum Teil beruhen, unterscheiden sich oft mehr durch Datierungen oder Seitenaufteilungen als durch den Inhalt selbst, der manchmal nur in neuer Gestalt erscheint und vornehmlich durch Ausstattung und Orthografie den jeweils gültigen Vorstellungen und Regeln angepasst wird.

Abgesehen von einer nur bei Karl Christian Eberhard Ehmann (1808–1879) anzutreffenden ausführlicheren Biografie [1] beginnen diese Bücher gewöhnlich mit einer Vorrede, die etwa zur Hälfte aus einem knappen Lebensabriss Frickers besteht. [2] Wahrscheinlich, so Ehmann, hat dieser Abriss ursprünglich jenen Text zur Grundlage, den der mit Fricker befreundete Steinenbronner Pfarrer Ludwig Christoph Hu(t)zelin (1725–1783) am 15. September 1766, also zwei Tage nach Frickers Tod, an seinem Grab verlesen hatte und welchen Ehmann, fast hundert Jahre später, als „älteste Lebensbeschreibung“ bezeichnete. [3]

Nach dem biografischen Teil folgen ausschließlich geistliche Schriften, die vor allem Gläubigen oder an religiösen Fragen Interessierten zugedacht waren. Hergestellt und verlegt wurden sämtliche Bücher in der Zeit von 1775 bis 1963 im heutigen Württemberg, wo man im Raum zwischen Stuttgart und Reutlingen eine gewisse Bekanntheit und Wertschätzung dieses an Johann Albrecht Bengel (1687–1752) und mehr noch an Friedrich Christoph Oetinger (1702–1782) geschulten Geistlichen voraussetzen durfte. Zwar waren in der Erstausgabe kein Verlags- oder Druckort genannt, doch darf man vielleicht davon ausgehen, dass solche nicht weitab lagen, sondern gerade in die eben erwähnte Region fielen. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass das heutige Württemberg politisch anders gegliedert ist als zu Frickers Zeiten; seinerzeit war das Land in eine Vielzahl von Machtbereichen aufgeteilt (unter anderem in die „Freien Reichsstädte“), deren Summe keineswegs identisch war mit dem Herzogtum Württemberg.

 

Die Erstausgabe von 1775

Bei der Erstausgabe (Nr. 1) sei noch verweilt, denn das neun Jahre nach Frickers Tod veröffentlichte Buch wurde inhaltlich wie formal Vorbild und wichtigste Quelle für alle weiteren Drucke. Ehmann vermutete, dass sein nicht genannter Herausgeber der bereits erwähnte, zu dieser Zeit aber in Schnaitheim bei Heidenheim an der Brenz tätige Pfarrer Huzelin war. [4]  Der Titel, der nur für diese erste Ausgabe gilt, lautete „Unvollständige | jedoch brauchbare | Ueberbleibsel | aus | den hinterlassenen Handschriften | eines Einsichts= und Erfahrungs=vollen Mannes | des seel. [seeligen: verstorbenen] Herrn Pfarrers | Johann Ludwig Frickers | treuen Lehrers | bey der Gemeine zu Dettingen unter Urach | wegen ihres Werths | gesammelt | und auf Begehren vieler Wahrheit=Liebenden | herausgegeben. | [Vignette] | Im Jahr 1775.“ Gleich mit dem ersten Wort auf der Titelseite wurde damit der fragmentarische Charakter der Sammlung betont, kurz darauf aber auch die bleibende Bedeutung dieser „hinterlassenen Handschriften“ Frickers hervorgehoben. Beides kam in der Vorrede des Buchs eingehender zur Sprache. [5]

Da nun weder ein Herausgeber noch ein Verlag, eine Druckerei, ein Ort der Veröffentlichung oder eine Messestadt angegeben waren und auch jegliche Inserate fehlten, liegt die Vermutung nahe, dass zumindest die Erstausgabe nicht für den Buchhandel, sondern eher als Privatdruck und Gedenkband hergestellt wurde. Trotz der Wendung am Ende des Titels „auf Begehren vieler Wahrheit=Liebenden herausgegeben“ dürfte das Buch keine sehr hohe Auflage und weite Verbreitung besessen haben und war wahrscheinlich für einen kleineren Kreis von Interessenten bestimmt, in dem einige Fricker wohl auch persönlich gekannt hatten. Dem entspricht, dass bislang nur eine einzige Rezension auffindbar war, in welche, bei grundsätzlicher Anerkennung der Veröffentlichung, jedoch auch Kritik an seiner Zurückhaltung und Anonymität einflossen. [6] Andererseits bewirkte die Unterordnung geschäftlicher Interessen, dass Fricker als Verfasser ganz in den Mittelpunkt rückte und man ihm hierdurch eine besondere Achtung, ja Würde bezeugte. In den Überlegungen, warum das Buch mit einer Hülle des Schweigens umgeben wurde, wäre all dies ebenso zu bedenken wie die Verschwägerung Ludwig Christoph Huzelins, des vermutlichen Herausgebers, mit dem bekannten Tübinger Verlagsbuchhändler und Drucker anspruchsvoller Werke Ludwig Friedrich Fues (1743–1827). Letztere könnte auch darauf deuten, dass das Buch nun bei Fues angefertigt wurde. Das Wissen um verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Herausgeber und Verleger hätte indes ablenken können von Inhaltlichem und Wichtigerem, und so verzichtete man in diesem Fall vielleicht lieber auf Namen und Orte. Weiteres hierüber in Anm. [7].

Nicht übergangen sei jene Anonymität des Druckes, welche sich auf die damals in Württemberg herrschende Zensur durch Herzog Karl Eugen (1728–1793) zurückführen lässt. Insbesondere war Tübingen als Universitäts-, Stifts- und Verlagsstadt dem herzoglichen Verdikt ausgesetzt, und Friedrich Christoph Oetinger hatte mehrfach unter dieser Beschränkung der Glaubens- und Meinungsfreiheit zu leiden, so dass einige seiner Bücher außerhalb des Herzogtums Württemberg erscheinen mussten. Da Oetingers Swedenborg-Buch von 1765, in dem Frickers Theorien ausführlich zu Wort kamen (siehe nächste Anm.), zu den indizierten Büchern zählte, gehörte damals wohl auch Fricker offiziell zu den verdächtigen und durch das Konsistorium zu prüfenden Autoren, bevor eine Publikation erfolgen konnte. Zwar werden durch diesen Umstand, der einen in Tübingen ansässigen und damit zum Herzogtum Württemberg gehörigen Verlag ausschließt, die Mutmaßungen des vorstehenden Abschnitts nicht ganz hinfällig, doch dürfte die Zensur den Haupt- und Vordergrund gebildet haben, das Buch mit Frickers nachgelassenen Schriften teilweise zu anonymisieren. [7a]

Das Buch, ob nun bei Fues in Tübingen oder anderswo hergestellt, wurde jedenfalls in professioneller Technik und mit einigem ästhetischen Aufwand angefertigt. Es wurde von geübter Hand mit mehreren Vignetten versehen, während die Form des Texts den erfahrenen Schriftsetzer erkennen lässt. Ohne das teilweise recht disparate Buch überladen wirken zu lassen, gliedern mannigfaltige Zierleisten, Initialen, florale Ornamente, Einrückungen und anderes mehr seinen Inhalt, und vieles weist auf einen größeren Verlag, dem Probleme, wie sie mit dem Druck eines solchen Buchs anfielen, vertraut waren. Daher braucht die Erstausgabe hinsichtlich ihrer Gestaltung keinen Vergleich mit den jüngeren Ausgaben zu scheuen, denn sie übertrifft diese oft sehr deutlich. [8]

 

Die Titelvignette der Erstausgabe

Die unsignierte Vignette auf dem Titelblatt bildet einen Schwan auf einem am Boden liegenden Kreuz ab, unter dem sich eine Schlange windet. Vier Schwanenküken sitzen etwas tiefer, doch ebenfalls auf dem Kreuz vor dem Schwan, der sich mit offenem Schnabel herabneigt, als spreche er zu den Jungen (Abb. 1 und Abb. 2). Scheint mir das Liegen des Kreuzes [9] mit dem Tod Frickers in Zusammenhang zu stehen, so ist der Schwanengesang seit der Antike Inbegriff eines letzten, besonders schönen und anrührenden Vermächtnisses. Dies könnte mitbedacht sein, da das Buch ja „hinterlassene Handschriften“ (Zeile 5 der Titelseite) Frickers vereint. Johann Ludwig Fricker starb 1766 im Alter von nur 37 Jahren, und so mag ihm selbst keine Gelegenheit zur Sichtung, Überarbeitung oder Anordnung seiner Texte verblieben sein, worauf auch die Vorrede hinweist. [10] Als besonderer Höhepunkt wurde indes später Franz Schuberts (1797–1828) Liederzyklus Schwanengesang betrachtet, welcher als letzte größere Komposition vor seinem Tod im Jahre 1828 entstanden war. Der Titel stammte jedoch nicht von ihm, sondern von seinem Wiener Verleger Tobias Haslinger, der diesen Zyklus postum unter diesem Titel erscheinen ließ. Die Texte schrieben die drei Dichter Ludwig Rellstab, Heinrich Heine und Johann Gabriel Seidl.

Andererseits, und dies wäre vielleicht eine bessere Deutung, ist der Schwan in der neuzeitlichen christlichen Symbolik ein Sinnbild für Martin Luther, das auf den tschechischen Vorreformator Jan Hus (ca. 1369–1415) zurückgeführt wird. Die Erklärung ist eine Äußerung von Hus, der vor seinem Tod auf dem Scheiterhaufen im Juli 1415 in Konstanz gesagt haben soll, jetzt brate man nur eine Gans („Hus“ bedeutet im Tschechischen „Gans“), doch aus der Asche werde ein Schwan hervorgehen. [11]  Da Luther als der eigentliche Reformator gilt, wurde er später oft mit einem Schwan verglichen und häufiger mit einem Schwan zusammen dargestellt. Auf derselben Überlieferung beruht, dass sich, besonders in Ostfriesland, auf dem Turm mancher lutherischer Kirchen anstatt eines Wetterhahns ein Wetterschwan befindet. [12]

 

 

 

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Abb. 1 und 2
Titelvignette der Erstausgabe der „Ueberbleibsel aus den hinterlassenen Handschriften“ von 1775.
Oben die gesamte Vignette (im Original etwa 6 cm breit), darunter ein vergrößerter Ausschnitt.
(Unter Nr. 1 findet sich eine Abbildung der gesamten Titelseite.)

 

 

 

Die Schlange, in der biblischen Schöpfungsgeschichte und ebenso im Christentum Motiv der Versuchung, Anfeindung, Verführung und des Sündenfalls, umfängt nur an einer Stelle das Kreuz, wird ansonsten aber von ihm niedergehalten. [13]  Ihre halb sichtbaren, halb unsichtbaren Windungen leiten den Blick des Betrachters bei der Suche nach Anfang und Ende. Gleichwohl blicken die Schwäne allesamt nach rechts, wo sich auch der Kopf der Schlange befindet – unscheinbar, mit Pflanzen getarnt und unter dem Fußende des Kreuzes verborgen. Dies wehrt jeglicher Idyllik und unterstreicht den Ernst der Situation, denn die Gefahr ist greifbar nahe. Ohne Anspruch auf Verbindlichkeit und im Wissen um die Mehrdeutigkeit solcher Bilder will es mir erscheinen, als gehe die christliche Lehre hier von einer auf die nächste Generation über und als warne der große Schwan zugleich seinen Nachwuchs. Die vier Küken mögen für die Übernahme und Ausbreitung der Lehre in die vier Himmelsrichtungen oder durch die vier Evangelisten stehen. Letztere Deutung würde den Schwan mit Jesus Christus gleichsetzen, der durch seine Auferstehung das Kreuz als Symbol von Schmerz, Marter, Leiden und Tod überwand. Die Schwäne sind sich indes der Bedrohung durch die Schlange bewusst, in der ihnen allein das Kreuz Halt und Sicherheit verleiht.

Fricker griff das Bild der Schlange in seinen Schriften mehrfach auf, ebenso jedoch in seinen letzten irdischen Stunden, als er eine an ihn gerichtete Frage, die sich auf einen Vers von Paul Gerhardt (1607–1676) bezog, in der Hauptsache mit zwei Zeilen aus einem geistlichen Lied von Christian Friedrich Richter (1676–1711) beantwortete. Da die näheren Umstände sowie Frickers Antwort bekannt sind (Einzelheiten in der nächsten Anm.), fanden sie nach Ehmanns Vermutung Eingang in den Lebensabriss, den Huzelin an Frickers Grab verlas. Damit könnte das Schlangen-Motiv der Vignette auf dieser Äußerung Frickers kurz vor seinem Tode beruhen, die vermutlich auch seine letzten auf uns überkommenen Worte sind. [14]

 

Die Drucke im Anschluss an die Erstausgabe

Die beiden nächsten Drucke von 1798 und 1820 (Nr. 2 und Nr. 3) schließen sich, ebenso wie alle jüngeren Bücher der Reihe, inhaltlich mehr oder minder eng an die Erstausgabe an, doch heißt die Sammlung einem Zwischentitel entsprechend zunächst Weisheit im Staub[15]  Mit der Ausgabe 1830 (Nr. 4) wurde das „Staub“ dann zu „Staube“, so dass bis zur einstweilen letzten Ausgabe im Jahre 1963 (Nr. 14) diese Bändchen den Titel Weisheit im Staube tragen.

Eine Ausnahme bilden hinsichtlich ihres Inhalts die drei seitengleichen und abgesehen von dem Titelblatt identischen Ausgaben von Ehmanns Buch Johann Ludwig Fricker, ein Lebensbild aus der Kirchengeschichte des 18. Jahrhunderts (zuerst Tübingen 1864, dann zwei Nachdrucke mit neuem Titelblatt in Heilbronn bzw. Stuttgart; vgl. Nr. 8, Nr. 9 und Nr. 10). Dieses Buch, in welches alle Texte der Erstausgabe aufgenommen sind, ist mit fast 400 Seiten bis heute das umfangreichste Werk von und über Johann Ludwig Fricker. Drei große Abteilungen vereinigen dabei eine von Ehmann erforschte und verfasste Biografie, Briefe von und an Fricker sowie seine Schriften, Lieder und Dichtungen.

Eine Ausnahme anderer Art ist das Bändchen Weisheit im Staube von 1927 (Nr. 11). Zwar enthält es ebenfalls Texte Frickers, ist insgesamt jedoch, gemäß seinem Untertitel, als „Ein Lesebuch der Schwabenväter“ zu verstehen. Man begegnet daher neben ausgewählten Beiträgen Frickers auch solchen von Johann Albrecht Bengel, Friedrich Christoph Oetinger, Philipp Matthäus Hahn und Michael Hahn, so dass das Buch keine Monografie darstellt. Den Zitaten, die nicht nur aus Frickers Schriften, sondern auch seinen Briefen oder sogar dem Begleittext (S. 122) stammen, liegt Ehmanns Buch von 1864 zugrunde. [16]  Dieser Druck von 1927, der somit in mehrerlei Hinsicht anders ausgerichtet ist als die übrigen Bändchen, wird hier in erster Linie erfasst, um seinen auf Fricker zurückgehenden Titel zu erklären und die Unterschiede zu den unter Frickers oder Ehmanns Namen veröffentlichten Büchern kenntlich zu machen.

Mit dem Titel Weisheit im Staub(e) wurde Bezug genommen auf eine Abhandlung Frickers, die sich, laut einer Anmerkung in der Erstausgabe (S. [XVI]), auf die Worte eines Psalms stützt. Dabei wird auf Psalm 103, Vers 14 verwiesen, was in der Luther-Bibel heißt: „Denn er [der Herr] kennet, was für ein Gemächte wir sind; er gedenket daran, daß wir Staub sind.“ Moses Mendelssohn übersetzt „Denn er kennet unsere Bildung, weiß, daß wir nur Staub sind.“ [17], und Fricker selbst spricht in einer Anmerkung zum Vortitel vom „Staub=Mensch“ (wie oben). Oetingers Wendung von der „Weisheit auf der Gasse“ (sensus communis), die sich wiederum auf die Sprüche Salomonis 1, 20 zurückführen lässt, mag die ursprüngliche Betitelung Frickers beeinflusst haben. Zugleich wird aber der Wunsch erkennbar, den sachlich zwar richtigen, indes etwas schwerfälligen und mehr auf das aktuelle Geschehen bezogenen Titel der Erstausgabe (der lautet: Unvollstaendige, jedoch brauchbare Ueberbleibsel usw.) bei einer Neuveröffentlichung im Jahre 1798 durch einen knapperen, einprägsameren und die christliche Botschaft des Büchleins besser ankündigenden Titel zu ersetzen.

Inhaltlich bestehen alle Ausgaben fast nur aus Texten, die in den Bereich der Theologie, der christlichen Lehre und Religion gehören – seien es Gebete, gereimte Gedichte und Lieder, Aufsätze und Lektionen in Prosa zur Auslegung der Heiligen Schrift oder mitunter gar nur unausgearbeitete Gliederungen und Entwürfe. [18] Insgesamt ließe sich daher vielleicht von einer Art der Erbauungsliteratur oder Pastoraltheologie sprechen. Die vier Gebete stehen gewöhnlich am Anfang der Schriften Frickers, eröffnen das Buch nach der Vorrede und zeigen seine Aufgaben an. In Frickers anders angelegtem Lebensbild von Ehmann sind die Gebete dagegen in die biografische Abteilung aufgenommen (S. 69–79).

Allein Ehmanns Buch (Nr. 8, Nr. 9 und Nr. 10), dessen Erstausgabe von 1864 heute sogar zweifach im Internet vollständig und kostenlos zugänglich ist, bezieht im biografischen Teil gelegentlich die wissenschaftlichen Arbeiten Frickers zur Musik, Elektrizitätslehre und Astronomie ein, wobei auch häufiger aus Frickers Aufsätzen zitiert wird. Die zwei letzten Themen weisen vor allem auf Prokop Diviš (1698–1765) und Johann Georg Neßtfell (1694–1762), welche Fricker besuchte und die schon in der Vorrede der Erstausgabe genannt waren (S. [III] und [IV]). Diese durchaus eigenständigen und nicht zu vernachlässigenden Bestrebungen Frickers, die zum Teil bis in die Jahre seines Studiums am Tübinger Stift zurückreichen und die Friedrich Christoph Oetinger wiederholt in seine eigenen Bücher einbezog, bleiben gleichwohl auch bei Ehmann am Rande. Dies überrascht freilich nicht, da Fricker seine wissenschaftlichen Überlegungen der christlichen Glaubenslehre zwar unterordnete und die diesbezüglichen Arbeiten letztlich als Bestätigung biblischer Wahrheiten verstand; andererseits breiteten Frickers Texte, zu denen auch eine Theorie der vierten Dimension gehörte, [19] gelegentlich umfangreiche mathematische Zusammenhänge, komplexe Theorien über die musikalischen Intervalle, physikalische Lehren und andere Kenntnisse aus und waren nicht selten spekulativer Natur. Dem Geist der Aufklärung lief manches zuwider, und die Leserschaft eines erbaulichen Buchs hätte sich wohl oft in ihren Erwartungen enttäuscht oder überfordert gesehen. Ehmann machte auf diesen Umstand in seiner Vorrede auf S. VII selbst aufmerksam: „Die wissenschaftlichen Arbeiten Frickers wurden hier übergangen, weil sie einen ganz andern Leserkreis voraussezen [sic], als das vorliegende Buch.“ [20]  Und nach einem längeren Exzerpt über „Frickers System“ aus Oetingers Irrdischer und himmlischer Philosophie schreibt er: „Alle diese Abhandlungen […] sind in der Leibniz=Wolf[f]’schen, streng demonstrativen, mathematischen Methode geschrieben und nur Mathematikern von Profession zugänglich, daher auch nicht wohl thunlich ist, weitere Auszüge mitzutheilen.“ [21] So machte Ehmann, der wie Fricker dem evangelischen Pfarrerstand angehörte, die ihm näherliegenden seelsorgerischen Gedanken zum eigentlichen Thema seines Buchs, denn er kannte die Vorstellungen und Ansprüche der schwäbischen, pietistisch gesinnten Gläubigen aus eigener Erfahrung und dürfte diesen wohl ein gewisses Verständnis entgegengebracht haben.

Der Bezug auf die Seelsorge ist auch allen anderen Büchern der Reihe eigen, denn ihre genannten Herausgeber waren oft von Haus aus studierte evangelische Theologen und Pfarrer (Ehmann, Herzog, Roessle). Zu diesem Kreis wäre wohl auch Huzelin als ungenannter Herausgeber zu rechnen, dessen Arbeit in zahlreichen Ausgaben übernommen wurde. Trotz Ehmanns vielleicht angebrachten, aufs Ganze gesehen aber behutsam modernisierenden Eingriffs in den Text – andere Ausgaben verfuhren ähnlich, wenn nicht rigoroser – sind diesem Forscher eine Fülle unersetzlicher Hinweise zu danken, die letztlich auch zum Erschließen des wissenschaftlichen Vermächtnisses von Fricker beigetragen haben. Darüber hinaus findet man einige Texte Frickers, die in den Ausgaben der Weisheit im Staub(e) nicht stehen, erstmals in Ehmanns Fricker-Buch abgedruckt. [22] Ehmann nahm auch die volkstümlichen Erzählungen und Sagen in sein Buch auf, die das Sterben Frickers und sein postumes Sein und Wirken im Reiche der Geister betrafen. Unter der Überschrift Krankheit und Tod und besonders Nachrichten aus der unsichtbaren Welt nannte er unter anderem den 25jährig verstorbenen Prediger Victor Köstlin (1741–1766) [23], die Wichlinghausener Visionärin „Dorothea Wippermann“ (gemeint dürfte wohl sein: Dorothea Wuppermann) [24] und den mit Oetinger korrespondierenden Philosophen und Theologen Emanuel Swedenborg (1688 bis 1772). [25]

Verschollen (Übersicht) sind bis heute das Buch Weisheit im Staub von 1798 (Nr. 2) sowie die zweite Ausgabe von 1855 (Nr. 6), selbst wenn sich diese beiden durch ein handschriftliches Druckfehler-Verzeichnis und verschiedene Bücher-Kataloge bibliografisch absichern ließen. Ein Zweifel am tatsächlichen einstigen Bestehen dieser Drucke scheint mir jedoch nicht angebracht. Alle anderen Ausgaben konnten dagegen als Originale aus öffentlichen Bibliotheken herangezogen oder antiquarisch erworben werden, so dass sie sich vergleichen und beurteilen ließen. Verschollen sind auch die meisten Manuskripte (Autografe oder Abschriften), die im Titel der Erstausgabe noch als „hinterlassene Handschriften“ bezeichnet wurden. Den Drucken und vor allem dem Erstdruck kommt aus philologischer Sicht daher besondere Bedeutung zu.

Hingewiesen sei abschließend noch darauf, dass es sich hier nicht um die einzigen Bücher handelt, die unter Frickers Namen erschienen, denn genau hundert Jahre nach der Erstausgabe seiner theologischen Schriften von 1775 wurde 1875 ein ebenfalls von Ehmann herausgegebenes Büchlein publiziert, dessen Titel nicht nur der Vollständigkeit halber noch zitiert sei: „Kurzer Begriff | der | Zeit-Ordnung | von Anfang der Welt bis an’s Ende derselben, | nach Anzeige der heil[igen] Schrift, | aus | Dr. Joh[ann] Albrecht Bengels Zeitrechnung | zusammengefaßt | von | M[agister] Johann Ludwig Fricker, | † Pfarrer in Dettingen unter Urach. | Reutlingen. | Verlag von Wilhelm Baur. | 1875.“ (Vorrede auf Seite IV unterzeichnet: „Unterjesingen, d[en] 22. Oktober 1874. | K[arl Christian Eberhard] Ehmann, Pfarrer.”) [26]

 

 

Fortsetzung in Teil 2

 

 

 

Anmerkungen zu Teil 1

[1] Die Rede ist von dem in Nr. 8, Nr. 9 und Nr. 10 beschriebenen Lebensbild Frickers, das Ehmann erarbeitete; hier die Biografie jeweils auf S. (1)–107. – Karl Christian Eberhard Ehmann wurde am 24. Januar 1808 in Degerschlacht bei Reutlingen als Sohn des Pfarrers Johann Christian Ehmann (1771–1849) geboren; er war seit 1875 Pfarrer in Kirchentellinsfurt bei Tübingen und starb dort am 10. Februar 1879; eine Grabstätte ist nicht erhalten. In Unterjesingen war Ehmann seit 1852 Pfarrer. – Für Auskünfte aus dem sogenannten Generalmagisterbuch (S. 942 f., Nr. 586,25) ist Frau Judith Sutter, Landeskirchliches Archiv Stuttgart, zu danken im Juni 2009. Ebenso gedankt sei Herrn Dr. Peter Maier und Frau Karin Hutmacher von der Evangelischen Kirchengemeinde Kirchentellinsfurt (ebenfalls Juni 2009).

[2] In diesen Lebensabriss der Erstausgabe (1775) wurden die biografischen Forschungen Ehmanns erstmals in dem 1927 erschienenen Bändchen Weisheit im Staube. Ein Lesebuch der Schwabenväter einbezogen; vgl. Nr. 11, hier auf S. 14–18: „3. Johann Ludwig Fricker“.

[3] Die Bezeichnung „älteste“ Lebenbeschreibung (Ehmann 1864, S. 387) steht nicht ganz im Einklang mit jenem Lebenslauf, den Fricker, laut Ehmann, bei seiner Investitur zu verlesen hatte und den Huzelin möglicherweise auch in seiner Rede am Grab Frickers benützte (Ehmann 1864, S. IV–V, Ziffer 3). Ob dieser Investitur-Lebenslauf, der sicherlich älter war, Ehmann vorlag und erhalten ist, vermag ich nicht zu sagen.

Zu Huzelin vgl. die Angaben zu Nr. 1 sowie Ehmann (1864), S. 387, Anmerkung 13. Bei Ehmann ist auf S. 206–207 jener Brief von Huzelin wiedergegeben („Steinenbronn, d[en] 19. Nov[ember] 1766.“), aus dem hervorgeht, dass Huzelin, nachdem er den schwerkranken Fricker „wenige Tage vor seinem (d[en] 13. September [1766] erfolgten) Tod“ besucht hatte, über den von Fricker noch selbst gewählten „Leichentext“ Psalm 25, 8–10 am Grabe Frickers gepredigt hatte. – Steinenbronn liegt etwa auf halbem Weg zwischen Stuttgart und Tübingen; von Dettingen an der Erms ist Steinenbronn nordwestlich gelegen und etwa 30 km entfernt. – Zu Huzelin siehe ferner Anm. [4], [7], [14] und [27].

[4] Mehr zu Huzelin in Anm. [3]. – Friedrich Christoph Oetinger war von 1743 bis 1746 Pfarrer in Schnaitheim, und so dürften ihm die dortigen Verhältnisse bekannt gewesen sein.

[5] Vgl. S. [V]–[VI] der Vorrede, wo sich der ungenannte Herausgeber unter anderem gegen den möglichen Vorwurf verteidigt, man hätte Frickers nachgelassene Abhandlungen „eben um ihrer Unvollständigkeit willen zurük behalten sollen.“ Vgl. auch Ehmann (Nr. 8), S. 96–97, wo ein Zitat aus den „Ueberbleibseln“ das Wesentliche wiederholt.

[6] Vgl. Ohne Drukort, in: [Balthasar Haug (Hg.)], Schwäbisches Magazin von gelehrten Sachen auf das Jahr 1777, 4. Jg., Sechstes Stück [S. 409–504], Stuttgart, mit Erhardischen Schriften, [Datierung auf S. 504: „Stuttgart, den 30. Junii 1777.“], S. 498–499. Hier heißt es: „Warum mit guten Sachen immer nur so unter der Deke? Was schwärmerisch und lächerlich ist, wird schon seinen Mann finden, was es aber nicht ist, darf kühn hervortreten. […] Es wird niemand gereuen, die erstere [,gute Sache‘ (die Ueberbleibsel sind gemeint)] gelesen zu haben, wer die Ascetic und Herzens-Theologie zu schäzen weiß. Der Mann ist erst 1766. gestorben, und wollen wir nächstens sein kurzes Leben einrüken. Er paßierte zwar bei einigen für einen Schwärmer; man lernt aber oft einen Mann erst nach seinem Tode kennen. Was wir nicht verstehen, lassen wir liegen. Was wirklich Unsinn ist, läßt sich niemand aufdringen, der Vernunft hat: was aber gut ist, kan auch nicht verdrungen [verdrängt] werden. Es sind 7 Bogen, in 8.“

Die in der Besprechung des Druckes angekündigte biografische „Einrükung“ befand sich bereits in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift, nämlich im „Siebente[n] Stück“ (S. 505 bis 600) desselben Jahrgangs, wo der Aufsatz Beiträge zur Litterarhistorie von Würtemberg. Johann Ludwig Fricker, starb den 13. Sept. 1766. auf S. 580–583 steht (Online-Ausgabe). Dabei wird zum Teil wörtlich aus der Vorrede der Ueberbleibsel zitiert. Die Datierung dieses Stücks wird auf S. 600 mitgeteilt: „Stuttgart, den 28. Julii 1777.“ – In diesem Band des Schwäbischen Magazins von 1777 kam auch „Der Eroberer“ (S. 221–225) als eines der ersten Gedichte von Friedrich Schiller (1759–1804) zum Abdruck.

[7] Die familiären Beziehungen zwischen Ludwig Christoph Huzelin (mitunter auch „Hutzelin“ geschrieben) und Ludwig Friedrich Fues, dem Tübinger „Druckerherren“, wie man damals sagte, gingen zunächst aus einem Brief des Pfarrers Gotthard Friedrich Faber (1726–1779) in der sogenannten Zirkular-Korrespondenz hervor (Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, Cod. hist. 4° 519). Der zwar undatierte Brief auf den Seiten 1007–1008, dessen Abfassung durch die Weiterleitung an den nächsten Korrespondenten am 4. Mai 1768 aber zeitlich hinreichend bestimmbar ist, spricht fast ausschließlich von dem folgenden Buch, auf dessen Erscheinen Faber erst am Vortag vom Sohn des im Januar 1768 verstorbenen Buchautors und Tübinger Dekans brieflich aufmerksam gemacht worden war. Es handelte sich um: Johann Christoph Glöckler, Evangelische Zeugnisse von der überschwenglichen Gnade Gottes in Christo Jesu gegen uns in 4 Erläuterungs-Predigten über den Zusammenhang des Briefs Pauli an die Römer, und einer Predigt über die Abend-Lection am heil. Pfingstfest, abgelegt in der Stifts-Kirche zu Tübingen, Tübingen: Fues, 1768, 112 S. Das Buch findet sich bei Mälzer (wie Anm. [28]) unter Nr. 843 auf S. 108.

Zu den Ausführungen über das 1768 postum erschienene Buch Glöcklers lautet nun auf S. 1008 der Zirkular-Korrespondenz der Hinweis Fabers: „Verleger und Drucker ist Fuos [sic; gemeint: Fues], des l[ieben] Huzelins Schwager“. Somit liegt zumindest ein Hinweis dafür vor, dass auch das Buch mit den nachgelassenen Schriften Frickers sieben Jahre später in Tübingen bei Fues hergestellt sein könnte. Letzteres ist freilich nur eine Vermutung, und eine Zuschreibung bedürfte weiterer Quellen. Angemerkt sei aber noch, dass es freundschaftliche Beziehungen zwischen der Familie Fues und Friedrich Christoph Oetinger gab, auf die ich durch Friedrich Zöllners Schrift Der Spritismus und die christliche Offenbarung. Offener Brief an Dr. Ch[ristoph] E[rnst] Luthardt aufmerksam wurde (Abdruck in Zöllners Wissenschaftliche Abhandlungen, III. Band, Leipzig 1879 [Online-Ausgabe]). In diesem Band der Wissenschaftliche[n] Abhandlungen zitiert Zöllner auf S. 566 aus Ehmanns Buch Friedrich Christoph Oetinger’s Leben und Briefe als urkundlicher Commentar zu dessen Schriften, Stuttgart: Steinkopf, 1859, S. 424. Erwähnt sei noch, dass mehrere Bücher Oetingers zu seinen Lebzeiten bei Fues in Tübingen erschienen.

Ehmann erwähnte Glöckler in seiner Fricker-Biografie (Tübingen 1864, S. 27), doch nennt er hier den Tübinger Dekan wohl versehentlich „Johann Christian Glöckler“ (anstatt Johann Christoph Glöckler), was infolge einer Abkürzung des Vornamens zustande gekommen sein mag. Ehmann fährt fort: Glöckler sei ein enger Freund Friedrich Christoph Oetingers gewesen und habe für kurze Zeit „in dem Haus des Orgelbauers Hausdörfer [in Tübingen] eine Stunde für Studierende“ gehalten, „die jedoch mehr einem wissenschaftlichen als erbaulichen Zweck gedient zu haben scheint.“ Dies legt nahe, dass sich Fricker und Glöckler während Frickers Studium im Rahmen dieser Stunden persönlich kennengelernt haben könnten, da Fricker bei Johann Sigmund Hausdörfer (1714–1767) verkehrte. Ferner wäre noch zu klären, inwiefern Fricker, der ja mehrfach Texte über den Römerbrief verfasste, sich hierbei auf Glöckler bezog oder von diesem unterschied.

Die Zusammengehörigkeit der Familien Huzelin und Fues ließ sich im März 2011 durch die folgenden Auskünfte des Stadtarchivs von Tübingen, des Pfarramts in Schnaitheim bei Heidenheim sowie des Landeskirchlichen Archivs in Stuttgart bestätigen, denn diesen Auskünften zufolge heirateten Huzelin und Fues Schwestern, welche die Töchter waren des zuletzt in Großglattbach bei Ludwigsburg tätigen Pfarrers Eberhard Ludwig Keller (geb. 1702 in Neuhausen an der Erms; gest. am 26. Mai 1744 in Großglattbach, seit 1738 dort Pfarrer) und seiner Ehefrau Catharina Johanna Keller, geb. Roth (zu dieser keine weiteren Daten).

Die erste Ehefrau von Huzelin hieß mit Mädchennamen Johanna Christiana Maria Keller (geb. am 2. Februar 1729 in Täbingen [nicht Tübingen], wo ihr Vater seit 1727 Pfarrverweser war; gest. am 11. April 1775 in Schnaitheim bei Heidenheim). Die Eheschließung fand am 7. Oktober 1755 in Alpirsbach statt. Huzelin geht in einem Brief der Zirkular-Korrespondenz [siehe oben] vom 8. Mai 1775 (S. 1238) gleich zu Anfang auf das Ableben seiner Frau ein: „Den 11ten April ist meine liebe Ehgattin im HERRn entschlafen und darauf am H[eiligen] Charfreitag [14. April 1775] begraben worden.“

Die erste Ehefrau des Verlegers Ludwig Friedrich Fues hieß mit Mädchennamen Sophia Dorothea Keller (geb. am 10. April 1736 in Bickelsberg, wo ihr Vater seit 1734 Pfarrer war [Bickelsberg liegt etwa 10 km nördlich von Täbingen]). Die Verlobung mit Fues erfolgte 1765, im selben Jahr wie die Vermählung (siehe den folgenden Absatz). Ein Datum des Todes wurde hier nicht angegeben.

Ergänzt sei die folgende Festschrift, die sich heute in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart befindet (Signatur: HBFb 686): „Ein | Zeugniß aufrichtiger Liebe | bey der | Fues= | und | Kellerischen | Verbindung, | welche den 14. May 1765 vergnügt gefeyert wurde, | dargelegt | von | M[agister] Ludwig Christoph Huzelin, Pfarrer zu Steinenbronn, | M[agister] Johann Eberhard Keller, Pfarrer zu Ober=Kochen, | und | ihren Ehegattinnen. | [Vignette] | Tübingen, gedrukt mit Fuessischen Schriften.“ (2 Blätter = 4 Seiten). Bei der genannten Festschrift müsste es sich um die Eheschließung zwischen Ludwig Friedrich Fues und Sophia Dorothea Keller gehandelt haben. Letztere war, wie gesagt, die Schwester von Huzelins erster Ehefrau, und es verwundert daher nicht, dass Huzelin als einer der beiden Verfasser der Festschrift genannt wurde. – Für ihre Bemühungen ist Frau Luitgard Nuß, Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Abteilung „Alte Drucke“, zu danken.

Zu Fues sei ferner noch folgendes Buch erwähnt, auf das mich das Stadtarchiv Tübingen aufmerksam machte: Hans Widmann, Tübingen als Verlagsstadt, Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1971, Reihe: Contubernium. Beiträge zur Geschichte der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, hg. von Hansmartin Decker-Hauff (u. a.), Bd. 1; hier vor allem S. 161–165. Dieser Quelle zufolge ist die Verlagsbuchhandlung Fues 1763 von Ludwig Friedrich Fues in Tübingen gegründet worden (S. 161).

Für verschiedene Auskünfte habe ich Frau Karin Pfeiffenberger, Kirchenpflegerin der Evangelischen Gemeinde Schnaitheim bei Heidenheim an der Brenz, und Frau Antje Zacharias, Stadtarchiv Tübingen, zu danken. Des Weiteren danke ich vielmals Frau Brigitta Häberer, Landeskirchliches Archiv Stuttgart, die mir u. a. Fotokopien aus den Taufregistern der Gemeinden Täbingen (KB 1249 Bd. 2) und Bickelsberg (KB 1965 Bd. 3) herstellte und überließ.

[7a] Auf diesen Punkt machte mich kurz nach der Erstveröffentlichung des vorliegenden Beitrags Reinhard Breymayer aufmerksam, dem aufgrund seiner jahrzehntelangen Vertrautheit mit dem württembergischen Pietismus und seiner überragenden Kenntnis dieser Thematik wiederholt Hinweise und Literaturangaben zu danken waren, die ich anderswo, wenn überhaupt, zum Teil nur mit erheblicher Mühe hätte finden können. So benannte Breymayer auch den folgenden, 1977 erschienenen Aufsatz, in dem die damals geübte Zensur-Praxis ausführlich zu Sprache kommt: Gunther Franz, Bücherzensur und Irenik. Die theologische Zensur im Herzogtum Württemberg in der Konkurrenz von Universität und Regierung, in: Martin Brecht (Hg.), Theologen und Theologie an der Universität Tübingen, Tübingen: J. C. B. Mohr, 1977, Reihe: Contubernium. Beiträge zur Geschichte der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Bd. 15, S. 123–194 (Online-Teilausgabe); hier zu Oetingers Swedenborg-Buch wie auch den Druck der Schrift Die Eulerische Und Frickerische Philosophie Ueber Die Musik (Neuwied: Haupt, 1767) besonders S. 179–181. Zur letztgenannten Schrift vgl. auch Reinhard Breymayer, Zu Friedrich Christoph Oetingers emblematischer Musiktheorie. Oetingers wiedergefundene Schrift »Die Eulerische und Frickerische Philosophie über die Musik«. Mit einem Ausblick auf Friedrich Hölderlin, in: Blätter für württembergische Kirchengeschichte, hg. von Gerhard Schäfer und Martin Brecht, 76. Jg. (1976), Stuttgart: Chr. Scheufele, [1977], S. 130–175; hier unter anderem zu Oetingers Swedenborg-Buch in Anmerkung 11 auf S. 161–162. – Siehe auch Anm. [21].

Zu Reinhard Breymayer, der vielfach und maßgeblich über den Pietismus im Süden Deutschlands forschte und veröffentlichte, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer: Breymayer, wo auch seine letzte Buch-Publikation Zwischen Prinzessin Antonia von Württemberg und Kleists Käthchen von Heilbronn (Dußlingen: Noûs-Verlag Thomas Leon Heck, 2010, 229 S.) genauer aufgeführt ist.

[8] Nur die Vignette auf dem Titelblatt wurde im Folgenden eingehender beschrieben, doch gibt es weitere Vignetten am Ende der Vorrede auf S. [VI] (Kreuz, Pokal, brennende Kerze und Anker als allegorische Darstellungen von Glaube, Treue und Hoffnung), auf S. [XV] am Ende des IV. Gebets (ein sitzender Mann, der auf ein vor ihm geöffnetes Buch zeigt), auf S. 107 ein Blumengebinde und auf S. 111 einen Korb voller Blumen und Pflanzen, der schräg auf einem kleinen Hügel am Boden liegt, womit erneut die Idee des Todes und des Grabes gegenwärtig wird.

[9] Vgl. die in Anm. [19] erwähnte Beziehung des Kreuzes zur Vierzahl.

[10] Ueberbleibsel, S. [V]; von hier zitiert auch bei Ehmann (1864), S. 96.

[11] Auf dem Revers einer silbernen Gedenkmünze, die auf der Vorderseite Johann Hus, auf der Rückseite Martin Luther zeigt, befindet sich der Spruch: „Was jene Gans gedacht, Hat dieser Schwan vollbracht“. Ort und Zeit der Prägung sind unbekannt, doch findet sich eine Abbildung auf Tafel II im Anhang folgenden Buchs: Constantin von Kügelgen (Hg.), Die Gefangenschaftsbriefe des Johann Hus, Leipzig: Richard Wöpke, 1903, Online-Ausgabe, S. 59/68 (unten).

[12] Vgl. die Webseite http://www.luther.de/lu96/reise/schwan.html sowie hier die Google-Bildsuche Vgl. auch Schwan (Symbol).

[13] In der katholischen Tradition wird die Muttergottes (Maria Immaculata) häufiger mit dem Fuß auf einer Schlange, die sich um eine Weltkugel windet, abgebildet. Vgl. die zweifache Vergrößerung in http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/915558.

[14] In einem Bericht über Frickers Sterben heißt es im letzten Absatz:

    „Gegen das Ende seines Krankenlagers bekam er öftere Ohnmachten, in Folge deren die Sinne immer schwächer wurden, die Sprache unvernehmlicher, und sein ganzes Bezeugen war Stille, mit merkbarem, anhaltendem Aufsehen auf JEsum, dem er auch in Sterbensnöthen ähnlich seyn wollte. Als man ihn in der letzten Nacht fragte, ob es ihm auch nach den Worten gehe:

    »Herz, freu’ dich, du sollst werden,
      Vom Elend dieser Erden,
      Und von der Sünden Arbeit frey!«

    so antwortete er: »Ja! man muß hier stets auf Schlangen gehen, die ihr Gift in unsere Fersen bringen!« [sic] – Er hielt dann unter Ringen seines Geistes mit aufgerichteten Augen und gefalteten Händen aus, bis er unter dem Gebet der Anwesenden Samstag den 13. Sept. Morgens vor sieben Uhr seinen Geist in die Hände seines himmlischen Vaters sanft und stille übergab.“

Vgl. den unsignierten Artikel Nachlese zu J. L. Fricker’s Lebenslauf, in: Der Christen-Bote, hg. von Johann Christian Friedrich Burk, Nr. 45, Stuttgart: bey Johann Friedrich Steinkopf, Sonntag, den 10. November 1833, S. 219–221 (Online-Ausgabe); hier das Zitat von S. 221; Ehmann nimmt den Passus mit kleineren Abweichungen auf in sein Lebensbild Frickers (1864, S. 101). Als Quelle des Artikels im Christen-Bote ist zwar gleich zu Anfang ein „eigenhändige[r] Lebenslauf Frickers“ genannt, die mangelnde Übereinstimmung mit dem Beschriebenen wird jedoch schon von Ehmann beanstandet (1864, S. IV, Ziffer 3). Ehmann vermutet daher, dass die Einzelheiten über Frickers Tod aus dem Lebensabriss von Ludwig Christoph Huzelin stammen, den dieser am Grab verlas.

Die Zeilen, über die man Fricker auf seinem Sterbebett befragte, stammen aus Paul Gerhardts neunstrophigem Gedicht Abendlied („Nun ruhen alle Wälder“), wo sie als zweite Hälfte der fünften Strophe stehen:

    Das Haupt, die Füss’ und Hände
    sind froh, dass nun zum Ende
    die Arbeit kommen sei.
    Herz, freu dich, du sollst werden
    vom Elend dieser Erden
    und von der Sünden Arbeit frei.

Frickers Antwort ist ebenso einem geistlichen Lied entnommen, das Christian Friedrich Richter zum Verfasser hat. Richter kam aus Halle an der Saale und stand dem dortigen Pietisten August Hermann Francke (1663–1727) nahe. In Richters Dichtung Es kostet viel, ein Christ zu sein lautet die zweite Strophe:

    Man muß hier stets auf Schlangen gehn,
    die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen
    ;
    da kostet´s Müh, auf seiner Hut zu stehn,
    daß nicht das Gift kann in die Seele dringen.
    Wenn man´s versucht, so spürt man mit der Zeit
    die Wichtigkeit.

Das Buch von Richter ist in der Reihe der Google Books als Scan der Bayerischen Staatsbibliothek München erhältlich. Es handelt sich dabei um: Christian Friedrich Richter, Erbauliche Betrachtungen vom Adel und Ursprung der Seelen [etc.], Halle: Christoph Andreas Zeitler, 1718, 422 S.; dort Zweyter Anhang aller Geistreichen Lieder des Autoris [S. 369–422 (Ende des postumen Buchs)]. Darin steht das ganze Lied auf S. 408–410 und trägt hier die abweichende Überschrift: Von der Wichtig= und Schwerigkeit [sic] des wahren Christenthums. Das Zitat stammt aus der zweiten Strophe (S. 408). – Das Original sei noch einmal zitiert, da die Strophen zeitgemäß geringen sprachlichen Veränderungen unterliegen:

    Man muß hier stets auf Schlangen geh’n,
    Die ihren Gift in uns’re Fersen bringen,
    Da kostet’s Müh’, auf seiner Hut zu steh’n,
    Daß nicht der Gift kan in die Seele dringen;
    Wenn mans versucht, so spür’t man mit der Zeit
                                      Die Wichtigkeit : / :

Das Lied wurde in Johann Sebastian Bachs Werkverzeichnis unter „Die geistlichen Lieder und Arien mit beziffertem und unbeziffertem Baß aus [Georg Christian] SchemelIis Gesangbuch“ aufgenommen; vgl. Wolfgang Schmieder (Hg.), Thematisch- systematisches Verzeichnis der musikalischen Werke von JOHANN SEBASTIAN BACH. Bach-Werke-Verzeichnis (BWV), 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 1990, S. 486.

[15] Vgl. Ueberbleibsel (Nr. 1), S. [XVI] ff.

[16] Vgl. in der Ausgabe Tübingen 1927 den Hinweis auf S. 155 unter IV.

[17] Vgl. Die Psalmen, übersetzt von Moses Mendelssohn, Berlin: Friedrich Maurer, 1783, S. 240.

[18] Vgl. die Anmerkung (vermutlich des Herausgebers) am Ende von Abschnitt V des Aufsatzes Weisheit im Staube, wo es heißt: „Bis hieher [sic] ist der Seelige mit der Ausführung [im Original fett] gekommen.“ – vgl. Ausgabe 1775, S. 18 (Nr. 1). Der folgende VI. Abschnitt ist nur eine Gliederung des geplanten Inhaltes. Ob man der Anmerkung entnehmen kann, dass es sich hier um die letzte Schrift Frickers handelt, ist fraglich.

[19] Otto Zöckler benannte in seinem kenntnisreichen Buch Das Kreuz Christi (1875) eine Reihe von Autoren, welche die Vierzahl mit der Form des vierteiligen Kreuzes auf durchaus verschiedene Weise in Zusammenhang gebracht und sich hierbei unter anderem auf eine Stelle in dem Paulus zugeschriebenen Epheserbrief gestützt hatten; vgl. O[tto] Zöckler, Das Kreuz Christi. Religionshistorische und kirchlich-archäologische Untersuchungen. Zugleich ein Beitrag zur Philosophie der Geschichte, Gütersloh: C[arl] Bertelsmann, 1875, hier auf S. 443–449 das Kapitel VIII. Zur Auslegungsgeschichte der Stelle Eph. 3, 18 [etc.], in dem Zöckler zwar nicht auf Fricker, doch auf Oetingers Theologia ex idea vitae hinwies (bei Zöckler Seite 449). Ein anderer Verweis auf Oetinger stand im selben Buch auf S. 358 (Online-Ausgabe). – Auf diese Zusammenhänge zwischen Kreuz und vierter Dimension dürfte sich die Vignette in Frickers nachgelassenen Schriften aber kaum bezogen haben, zumal Fricker, der hier zumindest mittelbar angesprochen ist, diese Bezüge selbst nirgends zur Sprache brachte. – Mehr zu Zöckler im letzten Absatz von Anm. [37], der mit einem Hyperlink beginnt.

[20] Im biografischen Teil seines Buchs geht Ehmann unter dem Kolumnentitel Wissenschaftliche  Arbeiten  (S. 29 ff. und S. 94–96) auf dieses Vermächtnis ein (S. 30–39: Die Planetenharmonie und Blicke in das Unsichtbare). Vgl. ebenda S. V unter „12.“ den Hinweis auf eine Abschrift aus dem Jahre 1756 mit dem Titel Frickers wissenschaftliche Abhandlungen von Magister C[hristoph] A[dam] Rösler (1732–1795), Pfarrer in Thailfingen (heute Tailfingen, etwa 40 km südlich von Tübingen). Ob diese Abschrift, die Ehmann als „werthvoll“ bezeichnete und die er seinen Angaben zufolge von dem Schullehrer Kullen in Hülben bekommen hatte, erhalten ist, ließ sich nicht feststellen. Hier müsste es sich um den Hülbener Schulmeister Johannes Kullen jun. (1827–1905) gehandelt haben; vgl. Artikel Hülben in der Wikipedia sowie von Reinhard Breymayer und Karl Buck (Hg.) Zweihundert Jahre Kullenstunde in Hülben (Altpietistische Gemeinschaftsstunde) 1768–1968, 2. Auflage, Metzingen: Verlag Ernst Franz, 1979], passim. – Fricker betreute zeitweilig auch Hülben neben Dettingen an der Erms seelsorgerisch (1762–1764), und so liegt die Verbindung zwischen diesen Ortschaften nahe, die nur etwas über 7 km voneinander entfernt sind; vgl. Ehmanns Lebensbild (zuerst 1864), S. 85–86.

[21] Ehmann (1864), S. 39. Die Rede ist von F. C. Oetinger, Swedenborgs und anderer Irrdische und himmlische Philosophie […], Franckfurt und Leipzig 1765, Seite 270 ff. – Zu den schulischen Einflüssen, mit Zahlen umzugehen, vgl. Ehmann (1864), S. 5 ff.

[22] Ehmann stellt auf S. VI–VII seiner Vorrede die Titel der acht Aufsätze und ihre Herkunft zusammen, die den vollständigen Abdruck der Ueberbleibsel von 1775 überschreiten.

[23] Über Köstlin, der zwölf Tage früher als Fricker starb, finden sich einige Notizen in Ehmanns Buch (1864) auf S. 89–91, 100 u. S. 387 (Anmerkung 12), die auf einem unsignierten Aufsatz in dem Christen-Bote von 1833 gründen; vgl. dort den Aufsatz in Nr. 22 vom Sonntag, dem 2. Juni 1833, Seite (105)–106 unter der Überschrift Christlicher Kalender (Online-Ausgabe). Als Quelle werden „Handschriftliche Nachrichten“ angegeben (S. 106). Wie Ehmann (auf S. 387 seines Buchs) betont, nennt der ursprüngliche Aufsatz im Christen-Boten Frickers Namen nicht, auch wenn Ehmann (S. 100), davon ausgeht, dass Köstlin Fricker gemeint habe müsse und dieser die Worte Köstlins zwei Tage vor seinem eigenen Tod erfahren habe.

[24] Ehmann (1864), S. 103–107; hier auch zu Swedenborg (S. 97 ff.). – Vermutlich hat Ehmann den Namen falsch übernommen, denn in aller Literatur, die mir bekannt wurde, heißt die Visionärin „Wuppermann“ (nicht „Wippermann“) mit Nachnamen. Eine Verwechslung kann kaum vorliegen, da Ehmann den Namen mehrfach nennt und in den Quellen Fricker und sein Besuch am Niederrhein übereinstimmend und ausdrücklich in der Literatur erwähnt werden. Vgl. Alexander Freiherr von der Goltz, Thomas Wizenmann, Gotha: Friedrich Andreas Perthes, 1859, Bd. 1, S. 215, Fußnote 1 (Online-Ausgabe) sowie Anna Dorothea Wuppermann (Mitgeteilt von Pfarrer W[erner] Horstmann in Leverkusen-Schlebusch [dort Pfarrer 1936–1965]), in: Monatshefte für rheinische Kirchengeschichte, 33. Jg., (Download: hier), hg. von Pfarrer D. theol. W[ilhelm] Rotscheidt, Essen: Evangelischer Pressverband für das Rheinland, 1939, S. 257–273; zu Fricker und Oetinger S. 261. Horstmann benennt auch unter den Quellen seines Aufsatzes Hermann Cremer, der die nachgelassenen Schriften von Collenbusch herausgab (vgl. hier). – Ferner Horst Weigelt, Lavater und die Stillen im Lande, Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1988, Reihe: Arbeiten zur Geschichte des Pietismus, Bd. 25, S. 34–35 (Online-Teilausgabe) im Kapitel Lavater und der niederrheinische Pietismus (S. 30 ff.).

[25] Vgl. Ehmann (1864), S. 99–107.

[26] Der Druck umfasst IV + S. (1)–(64); S. (63)–(64): Inserate unter der Überschrift „Evangelischer Verlag“ (Wilhelm Baur); S. (64) unten: „Buchdruckerei von Carl Rupp in Reutlingen.“ Format: ca. 195 × 130 mm (Höhe × Breite). Bestand: LB Stuttgart, Signatur: Theol. oct. 5553; Mälzer (wie Anm. [28]), Nr. 841. Kopie in Privatbesitz. – Die Vorrede des Büchleins ist auf S. IV unterzeichnet: „Unterjesingen d[en] 22. Oktober 1874. | K[arl Christian Eberhard] Ehmann, Pfarrer.“ Im Anhang des Buchs befindet sich auf S. 46 das verbreitete vierstrophige Gedicht des Liedes Wir warten dein! von Philipp Friedrich Hiller (1699–1769), das unter anderem in das aktuelle Evangelische Gesangbuch eingegangen ist, sowie auf Seite (47)–62 die Abhandlung Zion und Jerusalem in der gegenwärtigen und zukünftigen Weltzeit von „Johann Gottlieb Faber“. Auf Fabers Verfasserschaft weist zwar die Vorrede Ehmanns (S. IV) hin, Reinhard Breymayer schreibt in seiner E-Mail an den Verfasser vom 14. Mai 2011 jedoch, dass sich Ehmann in diesem Punkt bereits einmal im Hinblick auf die Herzens-Theologie [gemeinsam von Oetinger und Faber 1769 in Frankfurt und Leipzig veröffentlicht] geirrt habe und dass der Verfasser hier richtig „Gotthard Friedrich Faber” (siehe Anm. [7]) heißen müsse. – Das Frickersche Manuskript dieses Buchs ist ebenfalls verschollen.

Die Bezeichnung „unter Urach“ bei Dettingen oder das gelegentlich auch zu lesende „Oberamt Urach“ bedeutet, dass Urach seinerzeit die Kreisstadt war; die alte Bezeichnung Oberamt („OA.“) wurde 1934 aufgehoben. Da es mehrere Ortschaften mit dem Namen Dettingen gibt, spricht man heute offiziell von „Dettingen an der Erms“ als jener Gemeinde im Landkreis Reutlingen, in der Fricker 1766 starb und beerdigt wurde.

 

 

 

 

 

Erste Eingabe ins Internet:  Donnerstag,  12. Mai 2011
Letzte Ãnderung:  Sonntag, 8. Januar 2017

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